My favorite instrument

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Titel | aus dem Booklet | Rezensionen

Titel

  1. Saraband (Leroy Anderson)
  2. Impressions for Jörg (Jörg Schnieders/Andreas Hermeyer
  3. Poudre d’or (Erik Satie)
  4. They can’t take that away from me (George Gershwin)
  5. Pavane (Morton Gould)
  6. Blue roses (Henry Mancini)
  7. Meine liebe Dame! (Andreas Hermeyer)
  8. Embraceable you (George Gershwin)
  9. Etepetete (Andreas Hermeyer)
  10. Fluter’s Ball (Henry Mancini)
  11. Inga’s Nocturne (Andreas Hermeyer)
  12. Prelude from „Psycho“ (Bernhard Herrmann)
  13. Blues from „Taxi Driver“ (Bernhard Hermann)
  14. Es leuchten die Sterne (Leo Leux)
  15. I’ve got a crush on you (George Gershwin)
  16. Rendevous mit Deuringer (Hubert Deuringer)
  17. White on white (Henry Mancini)

aus dem Booklet

[…] Im disparaten Akkordeon-Kosmos von kommerziell gesteuerter „Schifferklavier“-Sentimentalität bis zum hochartifiziellen „Klanglabor-Experiment“ können ungeachtet der viel gescholtenen, aber dennoch hartnäckig weiterbestehenden Trennung von „U“- und „E“-Musik weitaus mehr Zwischen-Töne erklingen, als jene tristen Schwarz-Weiß-Schemata ideologisch geführter Kontroversen erahnen lassen. Der Interpret der vorliegenden CD legt davon beredt Zeugnis ab: Andreas Hermeyer, mit Kompositionen und Bearbeitungen der gehobenen Unterhaltungsmusik ebenso vertraut wie mit avantgardistischer Originalmusik, entfaltet ein breites musikalisches Spektrum, indem er mit seinem Instrument unterschiedliche Genres wie Filmmusik, Sinatra-Songs, populäre Tanzformen, Konzertantes und freie Impressionen, mal jazz-inspiriert oder ironisch-humoresk zu Gehör bringt, und dabei durch die akkordeonspezifischen Bearbeitungen (aus eigener Feder!) den in der Regel bekannten Werken neuartige Klängemöglichkeiten und Spielweisen abgewinnt. Wer hätte gedacht, daß der laszive Saxophon-Blues – Bernard Herrmann’s einziges jazz-harmonisch kühnes „Nachtstück“ – aus Martin Scorsese’s Kultfilm „Taxi Driver“ auf dem Akkordeon eine eigene reizvolle Wirkung entfaltet, ohne die verruchte Stimmung der Einsamkeit zu verleugnen, die Robert De Niro als Taxifahrer und Vietnam-Rückkehrer Travis Bickle im Film überkommt, wenn dieser nachts die dunstigen, reklameerleuchteten Straßenzüge New Yorks durchquert? Herrmann’s Prelude zum Hitchcock-Thriller „Psycho“ überrascht nicht minder: ursprünglich für reine Streicherbesetzung komponiert, verfehlt die Akkordeonfassung durch gekonnte Balgarbeit den Charakter dieser bedrohlichen Ostinato-Musik, durchsetzt von harschen Akkordblöcken und expressiven Linien, keineswegs. Ein „Nachtstück“ ganz anderer Art ist „Inga’s Nocturne“ – Hermeyers musikalische Impression nach der Geburt seiner ersten Tochter, ebenso wie der Walzer „Meine liebe Dame“, betitelt nach dem neckischen Ausspruch der jüngeren Tochter Romy, den diese bei einer noch so kleinen Bitte an die weiblichen Familienmitglieder kundtut (Bitte mal die Butter, meine liebe Dame …). Mit dem Medley „Rendez-vous mit Deuringer“ (einem Swing-Arrangement) erweist Andreas Hermeyer seinem langjährigen Lehrer, dem aus Rundfunk und Fernsehen bekannten Akkordeon-Swing-Stilisten Hubert Deuringer, seine persönliche Referenz. Daneben zeigen Hermeyers Bearbeitungen der Klassiker von seriösen U-Musikern wie Leroy Anderson und Film-Grandseigneur Henry Mancini, sowie der nicht zuletzt durch Frank Sinatra bekannten Songs George Gershwins trotz vokalen Ursprungs auch rein instrumental ein akkordeongemäßes Klang-Raffinement, das auch Leux‘ Sterne zum leuchten bringt … Mit Tänzerischem wie der „Pavane“, dem kecken Walzer „Goldpuder“ und dem bekannten „Tango“ bleiben prominente Namen der sogenannten E-Musik übrig, als da sind: Morton Gould, Erik Satie und Igor Strawinsky, die aber allesamt mit der süffisanten Ironie eines Augenzwinkerns ihre Neigung zu einer Synthese von Folklore, Unterhaltung und Symphonik hörbar humorvoll zum Ausdruck brachten, und – diese Spekulation sei abschließend erlaubt – sicherlich Gefallen daran gefunden hätten, wären ihnen ihre kompositorischen Petitessen per Akkordeon zu Ohren gekommen …
Dr. Thomas Eickhoff

Rezensionen

„[…] Wer sich darauf einlässt, genau zuhört, Musik nicht als Nebenhergeplärre wahrnehmen will, erlebt eine hörenswerte, klangliche Farbigkeit, jenseits aller Mainstream-Musik. Hermeyer stellt gerade die Vielseitigkeit dieses oft verkannten Instrumentes heraus. […]“
Die Glocke, 4.9.1999